SUSEE: Ein intelligentes Messgerät für den Massenmarkt

Entwicklung von erschwinglichen, sicheren und zuverlässigen intelligenten Zählern

TL;DR:
Die drei Hindernisse für die breite Einführung intelligenter elektronischer Energiezähler sind Kosten, Datensicherheit und Zuverlässigkeit. Im Rahmen seiner Arbeit an einer skalierbaren Lösung für eine zuverlässige und sichere Datenübertragung in Sensornetzwerken baut das SUSEE-Projekt ein kostengünstiges drahtloses Kommunikationsmodul für Energiezähler zur Nachrüstung für den Massenmarkt. Das Modul basiert auf einem Low-Power-Wide-Area-Network und nutzt IOTA-Streams, um die Vertraulichkeit und Authentizität der Zählerdaten zu gewährleisten und so den strengen deutschen Sicherheitsvorschriften zu entsprechen. Eine erste Charge von 25 Testgeräten wird verwendet, um den Proof of Concept des Produkts im Feld zu evaluieren.

Die Ersetzung herkömmlicher Stromzähler durch intelligente Zähler ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zu einem intelligenten Stromnetz der Zukunft. Obwohl intelligente Zähler in mehreren europäischen Ländern bereits in großem Umfang eingeführt wurden, sind sie in Deutschland aufgrund regulatorischer und politischer Hindernisse noch selten. Daher dominieren ineffiziente traditionelle Zähler den Markt.

Bei herkömmlichen Stromzählern müssen die Verbrauchsdaten manuell abgelesen werden, was oft von den Endkunden selbst oder von Auftragnehmern der Messstellenbetreiber durchgeführt wird. In beiden Fällen entstehen dadurch zusätzliche Kosten. So müssen z.B. Benachrichtigungsschreiben an den Kunden verschickt und der Stand des Prozesses manuell nachverfolgt werden (mit den damit verbundenen Herausforderungen durch Fristen und nicht reagierende Kunden). Letztlich werden diese Kosten vom Kunden über seine Stromrechnung bezahlt.

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Abgesehen von den Betriebskosten ist die Ablesung der Stromzähler auch für die Kunden lästig, da sie sich mit der Benutzeroberfläche ihres Energieversorgers und den Online-Formularen auseinandersetzen müssen. Wird der Zähler von einem Auftragnehmer des Messstellenbetreibers abgelesen, muss der Kunde nicht nur zur richtigen Zeit zu Hause sein, sondern auch die Kosten für die Beauftragung eines Ablesers werden dem Kunden in Rechnung gestellt.

Intelligente Zähler vereinfachen diesen Prozess erheblich:

  • Die Zählerstände werden direkt an den Betreiber übermittelt, ohne dass der Kunde oder ein Mitarbeiter des Betreibers eingreifen muss. Dies führt zu Kosteneinsparungen und mehr Komfort für die Endkunden.
  • Intelligente Zähler können auch häufiger abgelesen werden, so dass die Energieversorger die Netzversorgung viel effizienter und genauer steuern können. Auf der Grundlage von Zählerständen mit hoher zeitlicher Auflösung können die Energieversorger Tarife anbieten, die die Marktpreise an den Energiebörsen berücksichtigen, so dass die Verbraucher zu bestimmten Zeitpunkten von niedrigeren Preisen profitieren können.
  • Da die Zählerstände ohne manuelle Eingriffe verarbeitet werden, gibt es keine Möglichkeit für menschliche Fehler oder Betrug.

Intelligente Zähler benötigen einen zuverlässigen Kommunikationskanal, um die Zählerstände an den Betreiber zu übermitteln. Dies kann entweder eine drahtgebundene oder eine drahtlose Verbindung sein. Kabelgebundene intelligente Zähler können jedoch nur verwendet werden, wenn das Gebäude über die entsprechende Infrastruktur verfügt. Daher werden in den meisten bestehenden Gebäuden drahtlose intelligente Zähler verwendet.

Kosten für drahtlose intelligente Zähler

Ein großer Nachteil von drahtlosen intelligenten Zählern waren bisher die höheren Kosten pro Einheit im Vergleich zu herkömmlichen Stromzählern und (je nach drahtloser Verbindungstechnologie) die Kosten für drahtlose Dienste für Netzwerke wie NB-IoT oder LTE-M.

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Die Verbindung von drahtlosen intelligenten Zählern über das LoRaWAN-Netzwerkprotokoll (kurz für „Low-Power Wide-Area Network“) ist eine kostengünstige Lösung für dieses Problem. Es fallen keine Gebühren für die Nutzung lizenzfreier Frequenzbänder für die drahtlose Kommunikation an, wie es beispielsweise bei Wifi/WLAN/IEEE802.11, NB-IoT oder LTE-M der Fall ist. Darüber hinaus ist LoRaWAN so konzipiert, dass es für Sensornetzwerke in großem Maßstab eine größere Verbindungsreichweite über die Luft mit einem viel geringeren Energiebedarf bietet.

LoRaWAN ist ein drahtloses Kommunikationsprotokoll, das die Kommunikation über große Entfernungen mit einer niedrigen Bitrate zwischen verbundenen Objekten ermöglicht und sich damit ideal für Edge-Technologie eignet. Es ist als redundante drahtlose Netzwerkschicht konzipiert, die als zusätzliches drahtloses Kommunikationsprotokoll neben den kommenden 5G-Mobilfunknetzen angesehen werden kann.

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Als weltweit verfügbarer Open-Source-Kommunikationsstandard ist LoRaWAN zu einer beliebten Option für den Aufbau von Sensornetzwerken für das Internet der Dinge (IoT) geworden, insbesondere in intelligenten Städten und im industriellen IoT.

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Datensicherheit in drahtlosen intelligenten Zählern

Eine weitere Herausforderung bei der breiten Einführung von intelligenten Zählern ist die Datensicherheit. In Deutschland müssen drahtlose intelligente Zähler strenge Anforderungen in Bezug auf Datenschutz, Datenintegrität und Interoperabilität erfüllen, wie in der DSGVO, der deutschen Version der DSGVO, geregelt.

Um die DSGVO zu erfüllen, muss beispielsweise jedes System, das personenbezogene Daten verarbeitet, die Vertraulichkeit der gesammelten Daten gewährleisten und sicherstellen, dass die Daten nur für Zwecke verwendet werden, die für die Erbringung des Dienstes erforderlich sind. Außerdem muss es gewährleisten, dass der Endnutzer ausdrücklich in die Datenerhebung eingewilligt hat und dass diese Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann.

Werden Zählerdaten für die vollautomatische Abrechnung verwendet, müssen intelligente Zähler dem Messstellenbetriebsgesetz entsprechen und die Richtlinien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik befolgen.

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Um diese strengen Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, kann ein intelligenter Zähler nicht nur über LoRaWAN ohne zusätzliche Protokolle oder Sicherheitsfunktionen angeschlossen werden. Um die behördlichen Richtlinien zu erfüllen, ist eine Anwendung über der LoRaWAN-Kommunikationsschicht erforderlich.

Die SUSEE-Lösung

Vor diesem Hintergrund erforscht und gestaltet das Forschungsprojekt SUSEE skalierbare Lösungen für eine zuverlässige und sichere Datenübertragung und -verarbeitung in Sensornetzen. SUSEE („Secure Sensoring Platforms for Smart Energy Grids“) wird von einem Konsortium aus den Partnern SWO Netz GmbH, Fraunhofer FIT, Fraunhofer IPT, TU Chemnitz, peerOS GmbH, mCloud Systems GmbH, TIP GmbH und der IOTA Foundation getragen.

SUSEE entwickelt ein Nachrüstmodul für eine Vielzahl gängiger elektronischer Energiezähler, das nicht nur das Auslesen von Zählerinformationen über LoRaWAN-Kommunikationsnetze und -technologien ermöglicht, sondern auch alle regulatorischen Anforderungen im deutschen Markt erfüllt. Das SUSEE-Modul ist für den Massenmarkt konzipiert, so dass die Kosten für Komponenten und Betrieb so gering wie möglich sein müssen und gleichzeitig modernste IoT-Sicherheitsstandards und -funktionen erfüllt werden.

Von intelligenten Zählern zu intelligenten Netzen

Über das konkrete Ziel der Entwicklung des SUSEE-Moduls hinaus wird das Projekt als Sprungbrett gesehen, um die Anwendung von DLTs im Bereich zukünftiger Energienetze, den so genannten „Smart Grids“, zu untersuchen. In intelligenten Stromnetzen können Energieverbraucher auch Energieerzeuger sein. Diese „Prosumer“ werden durch Energiespeicher ergänzt, die in Elektrofahrzeugen oder Gebäuden eingesetzt werden. Prosumer verbrauchen oder liefern Energie in Abhängigkeit von aktuellen Preisen und Preisprognosen, wobei sich der Preis aus dem aktuellen Angebot und der Nachfrage ergibt. Je mehr das Energieangebot durch erneuerbare Energiequellen bestimmt wird, desto mehr wird der Strompreis durch das Wetter und den Ladezustand der Energiespeicher bestimmt.

Die heutigen Stromnetze sind darauf ausgelegt, Energie, die hauptsächlich aus einigen wenigen leistungsstarken Kraftwerken stammt, an eine große Zahl von Verbrauchern zu verteilen. Das Ziel künftiger intelligenter Stromnetze besteht darin, Energie in vielen kleinen und mittelgroßen dezentralen erneuerbaren Kraftwerken zu erzeugen, deren Strom von jedermann gekauft, geliefert und gespeichert werden kann.

Dieses Ziel bringt einige Herausforderungen mit sich. Einerseits ist die Stabilisierung der Spannung und der Frequenz des Energienetzes, während Prosumer sehr dynamisch Energie verbrauchen oder erzeugen, eine Herausforderung für die regionalen Stromnetzbetreiber. Zum anderen müssen die Daten aus dem Energienetz prüfbar, sicher und DSGVO-konform protokolliert werden.

Zu diesen Daten gehören die Menge und die Preise der verbrauchten und gelieferten Energie. Darüber hinaus werden Marktplätze benötigt, die Kaufaufträge und Stromangebote in lokalen Gebieten abgleichen, um Energieflüsse über große Entfernungen zu vermeiden. Erfüllte Aufträge über gelieferte Energiemengen zu einem bestimmten Preis müssen protokolliert werden, damit sich die Marktteilnehmer auf jedes einzelne Energiegeschäft verlassen können.

Hinzufügen von IOTA zum Netz

Hier kann der IOTA Tangle als Basisinfrastruktur dienen, die durch zuverlässige Anwendungsprotokolle zur Verwaltung von Identitäten, Datenzugriff und -management ergänzt wird. Die für IoT-Szenarien konzipierte technische Implementierung bietet kryptografische Verfahren und Protokolle zur Umsetzung einer revisionssicheren, sicheren und DSGVO-konformen Sensordatenübertragung. Die IOTA Foundation baut eine DLT-basierte IoT-Plattform vom einzelnen Sensor aufwärts auf.

Zukünftige intelligente Energienetze werden sowohl von IOTA Smart Contracts als auch von IOTAs Erfahrung in zahlreichen Smart-City- und dezentralen Finanzprojekten profitieren können. Die erlaubnisfreie dezentrale Infrastruktur von IOTA wird unsere Energienetze in intelligente Prosumer-Netze verwandeln, in denen die zur Stabilisierung des Netzes notwendige Regulierung mit den Vorteilen eines offenen und dezentralen Wirtschaftssystems ausgeglichen wird.

So Dr. Andreas Baumgartner, Konsortiumsmitglied und Projektkoordinator von SUSEE:

„Die Kombination von IOTAs gebührenfreiem DLT-basiertem Protokoll und einem Open-Source-Kommunikationsprotokoll wie LoRaWAN, das weltweit in einem unlizenzierten Frequenzspektrum betrieben wird, zeigt, wie eng modernste Technologien aus verschiedenen Bereichen auf eingebetteter Hardware und kostengünstigen, stromsparenden Netzwerkszenarien zusammengewachsen sind. Es zeigt auch, wie nahe wir damit dem Aufbau vertrauenswürdiger, kostenloser IoT-Dienste kommen“.

Christof Gerritsma, Software-Ingenieur bei der IOTA Foundation und leitender Entwickler für SUSEE, sagt dazu:

„Die letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass herkömmliche zentralisierte Web2-Lösungen schlecht geeignet sind, das für die gesellschaftliche Akzeptanz öffentlicher IT-Dienste notwendige Vertrauen der Verbraucher aufzubauen. Die Web3-Technologie wird Einzelpersonen, kommerziellen Akteuren und Behörden das Vertrauen zurückgeben, damit sie gemeinsam in einer fairen und vertrauenswürdigen Wirtschaft handeln können. Erlaubnisfreie, skalierbare DLTs sind eine fundamentale Basis für die Gewährleistung von Vertrauen in Web3-Technologie-Stacks. IOTA Streams ist das Schweizer Taschenmesser, das benötigt wird, um DSGVO-konforme Anwendungen im Web3 zu implementieren“.

Wie IOTA Streams verwendet wird

IOTA Streams ist ein Anwendungsprotokoll der zweiten Schicht, das auf IOTA aufbaut, strukturierte Datenübertragungen ermöglicht und die Zugriffsrechte für alle Übertragungsteilnehmer verwaltet.

Es bietet sichere kryptografische Algorithmen, die Daten vor unbefugtem Zugriff schützen, Teilnehmer authentifizieren und die übertragenen Nachrichten durch die Teilnehmer signieren. In Kombination mit dem IOTA-Protokoll können alle Nachrichten in einem fälschungssicheren, dezentralen System gespeichert werden.

Um die Anforderungen der DSGVO zu erfüllen, wird IOTA Streams im SUSEE-Modul verwendet, um die Sicherheit der drahtlosen LoRaWAN-Verbindung zu erhöhen. Die Daten der einzelnen Energiezähler werden über einen dedizierten Datenstrom übertragen, so dass die Zugriffsrechte für beide Rollen – Herausgeber und Teilnehmer – von einem Administrator kontrolliert werden können.

Um zusätzlich zu den inhärenten Sicherheitsfunktionen von LoRaWAN maximale Datensicherheit zu gewährleisten, werden die Daten des Zählers direkt im SUSEE-Modul in Streams-Pakete verpackt. Die Sicherung von Daten mit IOTA Streams direkt in einem mit LoRaWAN verbundenen Sensor bedeutet, dass die Authentifizierung und Autorisierung an den Rand der IoT-Kommunikation in einem unlizenzierten Frequenzspektrum und damit an den Rand der eingebetteten Systeme verlegt wird. Die Sicherung von Daten direkt an der Quelle ist immer die sicherste Lösung.

Die Datenübertragung vom Energiezähler zum SUSEE-Modul erfolgt über eine serielle Schnittstelle. Da sowohl der Zähler als auch das SUSEE-Modul in einem versiegelten Gehäuse untergebracht sind, ist eine Verfälschung der Daten in diesem Stadium unmöglich, ohne das Siegel zu brechen. Innerhalb des SUSEE-Moduls werden die Daten mit IOTA-Streams verschlüsselt und signiert. Die verschlüsselten Datenpakete können nun über das LoRaWAN-Netzwerk gesendet werden. Im LoRaWAN-Applikationsserver wird eine IOTA Bridge verwendet, um die verschlüsselten Pakete mit dem IOTA Tangle zu verbinden. In den meisten bestehenden Lösungen werden bei der Verwendung von IOTA Streams mit LoRaWAN für die Sensordatenübertragung die Sensordaten verschlüsselt und mit Streams auf dem LoRaWAN-Anwendungsserver signiert, wodurch kritische sicherheitsrelevante Funktionen in Bezug auf manipulationssichere Identitäten für IoT-Geräte fehlen.

Zwar sind die Sensordaten auch bei der Funkübertragung durch die LoRaWAN-eigene Verschlüsselung und Authentifizierung geschützt, der Nachteil dabei ist jedoch, dass die Sensordaten unverschlüsselt auf dem LoRaWAN-Applikationsserver liegen. Bei der SUSEE-Architektur hingegen erreichen die Zählerdaten den Applikationsserver bereits als verschlüsselte Streams-Pakete. Die Wartung dieser Systeme erfordert keine zusätzliche Datensicherung, was zu geringeren Wartungskosten für diese Systeme führt.

Die Verschlüsselung und Signierung der Zählerdaten direkt im SUSEE-Modul kann auch dazu genutzt werden, eine eigenständige Administrationswebseite (ähnlich den bekannten Beispielen vieler Router) bereitzustellen, über die die Zugriffsrechte auf die Zählerdaten verwaltet oder die Zustimmung zur Datennutzung gemäß DSGVO widerrufen werden kann. Da IOTA Streams die Verwaltung der Zugriffsrechte durch Datenverschlüsselung auf dem IoT-Gerät selbst verwaltet, muss sich der Kunde nicht auf den Dienstanbieter verlassen, um die Rechteverwaltung korrekt umzusetzen.

Da IOTA Streams derzeit in der Entwicklung von 14 internationalen Projekten mit bedeutenden Unternehmens-, Hochschul- und Verbandspartnern (einschließlich Dell) eingesetzt wird, ist die Zuverlässigkeit der Bibliothek in einem breiten Spektrum von Anwendungsfällen und Anwendungen ausgereift. Weitere Informationen zu den Projekten, die IOTA Streams bereits nutzen, finden Sie auf dem IOTA Lighthouse Projects Dashboard, indem Sie den Filter auf „Streams“ setzen.

Die Verwendung von IOTA Streams auf einem für den Massenmarkt konzipierten Gerät bedeutet, dass es auf kostengünstigen Mikrocontrollern mit begrenzten Speicher- und CPU-Ressourcen betrieben wird. Hier hat sich das SUSEE-Konsortium für den ESP32-C3 von Espressif Systems entschieden. Da die Streams-Bibliothek in RUST geschrieben ist und die für das SUSEE-Modul benötigte Funktionalität nicht durch die Verwendung von Streams C/C++ Bindings erreicht werden konnte, ist die Proof-of-Concept-Implementierung für die Streams-Prozesse im SUSEE-Modul ebenfalls vollständig in RUST geschrieben. Dank des aufkommenden embedded RUST und insbesondere der esp-rs Community Projekte, kann der verfügbare RUST Code der Streams Bibliothek direkt auf dem ESP32-C3 Mikrocontroller verwendet werden. Dies ist das erste Mal, dass Streams auf einem ESP32-C3-Mikrocontroller eingesetzt wird.

Eine der größten Herausforderungen beim Senden von verschlüsselten Datenpaketen über LoRaWAN ist die Paketgröße, da LoRaWAN in dieser Hinsicht sehr begrenzt ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, kryptografische Algorithmen zu wählen, die einen minimalen Verschlüsselungs-Overhead für die Paketgröße bieten. Die vorausschauende Auswahl von IoT-tauglichen und hochmodernen Algorithmen in der IOTA-Streams-Bibliothek zahlt sich hier aus. Verglichen mit der früher verwendeten MAM-Bibliothek konnten die Paketgrößen um ca. 75% reduziert werden.

Feldtest der Technologie

Die Hardware für ein Proof-of-Concept-SUSEE-Modul wurde entwickelt und wird derzeit in einer ersten Charge von 25 Geräten hergestellt. Sobald die Hardware verfügbar ist, werden die Übertragungseigenschaften der LoRaWAN-Kommunikation in Feldtests evaluiert. Diese Tests werden gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück in der Stadt Osnabrück durchgeführt, wo eine LoRaWAN-Netzabdeckung von mehr als 40 Gateways den Zugang zu Zählern in den Kellern von Häusern ermöglicht.

Die Tests und Messungen der Feldtestkampagne werden von Simulationen verschiedener Übertragungsszenarien begleitet. Diese Simulationen ermöglichen es, wichtige Eigenschaften eines Übertragungsaufbaus (wie die Anzahl der angeschlossenen Geräte, die Eigenschaften des bebauten Gebiets und verschiedene LoRaWAN-Konfigurationen) und Anwendungsfälle zu variieren, um die Gesamtsystemleistung zu bewerten und erste Richtlinien für die Gateway-Platzierung und Netzplanungsstrategien abzuleiten. Darüber hinaus wird die Feldtestkampagne der erste reale Beweis für die Anwendungstransportschicht des Systems sein, die IOTA Streams verwendet, um die Datensicherheit in Zusammenarbeit mit den darunter liegenden Kommunikationsschichten, wie z. B. LoRaWAN, zu gewährleisten.

In Vorbereitung auf die Feldtests des SUSEE-Modul-Hardware-POC wird ein Vortest mit verfügbaren Standard-Entwicklungsplatinen durchgeführt, die zu einer Reihe von Testsystemen zusammengebaut werden. Dieser Vortest ermöglicht es uns, die Hauptmerkmale des Software- und Hardware-Designs sowie die Durchführung früher LoRaWAN-Feldtests zu bewerten und die Netzwerkleistung im realen Leben zu testen.

Zusammenfassung

Drahtlose intelligente Zähler vereinfachen die Zählerablesung erheblich und bieten somit Kosteneinsparungen und mehr Komfort für die Endkunden. Trotz dieser Vorteile sind sie in Deutschland aufgrund regulatorischer Hindernisse und hoher Kosten noch selten. Um diese Herausforderungen zu meistern, entwickelt das SUSEE-Konsortium ein Nachrüstmodul für gängige elektronische Energiezähler, das die Auslesung von Zählerdaten über LoRaWAN-Kommunikationsnetze ermöglicht und alle deutschen regulatorischen Anforderungen erfüllt. Das SUSEE-Modul wird eine kosteneffiziente Lösung für den deutschen Markt sein, die durch den Einsatz kostengünstiger Hardware, die den Preis pro Einheit reduziert, und durch die Verwendung des LoRaWAN-Netzwerkprotokolls, das die gebührenfreie Nutzung von lizenzfreien Frequenzbändern für die drahtlose Kommunikation ermöglicht, erreicht wird.

Intelligente Zähler sind ein erster Schritt zur Umwandlung traditioneller Stromnetze in intelligente Netze, die aus vielen kleinen und mittleren Prosumern bestehen und in denen Strom von jedermann gekauft, geliefert und gespeichert werden kann. Um das Datenmanagement zukünftiger dezentraler Energiemarktplätze zu erleichtern, sendet das SUSEE-Modul die Zählerstände über den IOTA Tangle, der als Basisinfrastruktur dient, um die relevanten Daten revisionssicher und DSGVO-konform zu verwalten.

Um die strengen deutschen Anforderungen an Datenschutz und Datenintegrität zu erfüllen, wird IOTA Streams zur Verwaltung von Identitäten, Datenzugriff und -management eingesetzt. Ohne IOTA Streams würde die drahtlose Smart-Meter-Kommunikation über LoRaWAN die deutschen regulatorischen Anforderungen nicht erfüllen. Detaillierte Informationen zu IOTA Streams finden Sie in der offiziellen Streams-Dokumentation.

Um zusätzlich zu den inhärenten Sicherheitsfunktionen von LoRaWAN maximale Datensicherheit zu gewährleisten, wird IOTA Streams direkt in der Datenquelle – dem SUSEE-Modul – verwendet. Um die Nutzung von IOTA Streams auf dem kostengünstigen Mikrocontroller ESP32-C3 zu realisieren, wurden die RUST-Quellen der Streams-Bibliotheken für die ESP32-C3-Plattform kompiliert, was eine technische Neuheit darstellt.

Die Proof-of-Concept-Hardware des SUSEE-Moduls und seine LoRaWAN-Übertragungseigenschaften werden in Feldtests in Osnabrück evaluiert. Begleitet werden die Tests von Simulationen, die die wichtigsten Eigenschaften des Übertragungsaufbaus variieren. Die Ergebnisse der Tests und der aktuelle Stand des Projekts werden Thema unseres nächsten SUSEE-Update-Blogbeitrags sein.

Derzeit konzentrieren sich alle Projektpartner auf die primären Projektziele und technischen Herausforderungen, die mit dem laufenden Pre-Test und dem Feldtest einhergehen. Zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Endprodukt greifbarer wird, werden wir uns stärker auf die Bekanntmachung des Projekts konzentrieren – bleiben Sie dran!

Original by IOTA Foundation: https://blog.iota.org/susee-a-smart-meter-for-the-mass-market/

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